Tipps für eine gelungene Feuershow und Interview mit Feuerkünstler Christian Ziegler

Sie ziehen sofort alle Blicke auf sich: spektakuläre Feuershows. Auf Hochzeiten, Events und privaten Feiern gehören die meterhohen Flammen, schwingenden Feuerkeulen und Funken meist zum Höhepunkt der Veranstaltung. Buchen lässt sich solch eine Show zum Beispiel beim Feuerartisten Christian Ziegler. Oder du machst selber eine.

Erfahre mehr bei unseren Tipps für eine eigene Feuershow im "Factsheet Feuershow" und im Beitrag mit Feuerkünstler Christian Ziegler.

Factsheet Feuershow

Planst du eine Feuershow für ein Fest oder willst du Feuerkünstler werden? Suchst du Hilfe und Beratung und fragst dich, was es bei einer Feuershow zu beachten gilt? Wir haben Tipps für deine Feuershow im "Factsheet Feuershow" zusammengestellt:

☆ Was gilt es beim Material für Feuershows zu beachten?
☆ Welche Schutzvorkehrungen solltest du treffen?
☆ Welche Flüssigkeiten gibt es?
☆ Welche Artikel sind für welches Spielniveau geeignet?
☆ Download: Factsheet Feuershow
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Beitrag mit Feuerkünstler Christian Ziegler:

Meister der Flammen

Während der Pandemie hat Christian Ziegler mit weiteren Artist*innen Balkonshows angeboten. Mit seiner Begeisterungsfähigkeit probiert der Feuerartist seit seiner Kindheit gerne Neues aus. Jugglux erzählte er von seinem schönsten Erlebnis in 15 Jahren Selbständigkeit und gibt Tipps für Neueinsteiger*innen.

Feuerfontänen schiessen in die Luft. Christian Ziegler wartet einen Moment. Er hält seinen Feuerstab in die Flammen. Zuerst links dann rechts. Nun lässt er einen der Stäbe gekonnt fallen. Aus einem Stab werden plötzlich zwei. Er wirbelt die Fire Staff um sich herum, wirft sie hoch in die Luft, um sie dann über Kreuz zu fangen. Die Funken sprühen nur so, als er mit Feuerfächern, Feuerseilen, und explosiven Sparkling Pois immer weiter Tempo aufnimmt. Das Publikum ist ganz in seinem Bann. «Man muss die Wärme gespürt und die Funken fliegen gesehen haben, um die Faszination einer Feuershow verstehen zu können», erklärt Ziegler.

Umschulen? Nein, danke

Der in Einsiedeln aufgewachsene Schwyzer ist seit 15 Jahren selbständig in der ganzen Schweiz als Feuer-Artist unterwegs. Obwohl die Zukunft der Eventbranche nicht rosig aussieht, ist bei Ziegler kein Frust zu hören. «Klar, die Krise hat mir zugesetzt – aber ich bin ein positiver Mensch», sagt er. Wie andere Artist:innen musste er trotz Hilfsgeldern Erspartes aufbrauchen. Früher war Ziegler an riesigen Events im Zürcher Hallenstadion und in der Basler St. Jakobshalle beteiligt. Heute begrenzt sich sein Einsatz auf kleine  Privatveranstaltungen. Was tun? Umschulen? «Das kam für mich nicht ernsthaft in Frage», sagt der 45-Jährige.

Balkonshows weniger erfolgreich als angenommen

Er suchte nach Möglichkeiten, sich dem veränderten Markt anzupassen. Zusammen mit anderen Artist:innen entwickelte er «Balkonshows». Ziel war es, im Lockdown Kultur zu isolierten Menschen zu bringen. Gedacht waren die Shows für Menschen in Quarantäne oder Angehörige in Alters- oder Pflegeheimen. «Wir konnten ein paar Shows machen, die Nachfrage war allerdings nicht so gross wie gedacht», erzählt Ziegler. Gelegen habe das wohl an zu wenig Werbung und: «Einerseits waren die Menschen hungrig nach Kultur, andererseits fühlten sie sich von vielen Angeboten nicht angezogen.»

Weniger Bildschirm mehr Bewegung

Geplant war zusätzlich ein Betreuungsangebot in Schulen. Selber einst ein bewegungsfreudiges Kind, ist Christian Ziegler heute die Förderung in diesem Bereich ein besonderes Anliegen. «Jetzt ist wichtiger denn je, analoge Angebote für Kinder zu schaffen», sagt er. Er zielt damit auf die lange Bildschirmzeit vieler Schüler*innen im Homeschooling ab. Aus seinen Workshops in Schulen weiss er, wie wichtig die Förderung von koordinativen und sozialen Kompetenzen ist. «Spielt mehr» ist sein Motto. «Wenn wir Angebote schaffen, werden diese auch genutzt werden», ist er überzeugt. Das Fehlen von Angeboten erlebte er selbst nur zu gut.

«Da ging eine Welt für mich auf.»

Als Junge in Einsiedeln, der begeistert jonglierte und Diabolo spielte, empfand er das Spiele-Angebot als eingeschränkt. Ohne Internet fehlte damals die Verbindung zu Gleichgesinnten. Ein Bauernmarkt war der einzige Ort, an dem er neue Artikel entdecken konnte. «Das ist spannend, das muss ich haben», dachte er oft und probierte alles aus, was er in die Finger bekam. Mit ein bis zwei Freunden teilte er seine Leidenschaft. Ein erster Meilenstein war die Teilnahme an einer Europäischen Jonglierconvention: «Da ging eine Welt für mich auf», erzählt er begeistert.

Von der Theaterbühne zum Feuerbändiger

Erste Bühnenerfahrung sammelte Christian Ziegler bereits als 12-Jähriger. In der lokalen Theatergruppe war er allein unter Erwachsenen, durfte sogar eine Hauptrolle spielen. «Das hat mir die ganze Bühnenwelt nahegebracht», schwärmt er noch heute. Das Hobby wurde erst mit den Jahren zum Beruf. Während  seines Studiums der Umweltnaturwissenschaften und dem Höheren Lehramt machte er Promotionen für den Schweizer Spielehersteller Active People. «So bekam ich Zugang zu mehr Material.» Erste eigene Shows folgten. Durch einen Freund in England kam er in Kontakt mit einem Feuerstab. Die Faszination Feuer packte ihn. Er lässt sich zum Pyrotechniker ausbilden. Dies ermöglicht ihm, grössere Shows mit Pyromaterial und Zündanlagen durchzuführen.

Tipps für Neulinge in der Branche

Seit 2006 ist er selbständig mit Feuershows. Was empfiehlt er Neulingen in der Branche? «Früher hätte ich gesagt, ‹Mach einen Businessplan›», sagt Ziegler und ergänzt: «Heute frage ich, was möchtest du machen? Wo gibt es Bedarf dafür?» Denn: Shows und Events seien nur eine Möglichkeit. Auch in den Bereichen Material-Produktion, Workshops und Choreographie gäbe es Einsatzmöglichkeiten. «Neugierig sein, sich mit anderen austauschen und sich trauen, andere zu fragen, ist die beste Grundhaltung», findet Ziegler. In Sachen Feuer sei eine Einführung durch einen Profi sinnvoll.

Licht für ein handicapiertes Mädchen

In all den Bühnenjahren erinnert sich Ziegler an viele schöne Momente.  Ein Anlass ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: Zur Taufe eines Mädchens mit Handicap wurde eine Feuershow inszeniert. Ein symbolischer Akt. «Wir wollten damit ein Licht in die Welt setzen, um den Eltern Mut zu machen», erzählt er. Als Vater von drei Töchtern rührt ihn die Geschichte auch Jahre später.

Zur Person

Christian Ziegler aus Einsiedeln tritt mit seinen Feuer- und Lichtshows in der ganzen Schweiz auf. Hochzeiten verleiht er mit Feuerherzen das passende Ambiente. Daneben bietet er Workshops und Eventrahmenprogamme für Schulen und Firmen an. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Mit seiner Familie lebt er im solothurnischen Rodersdorf (SO) und ist seit vielen Jahren Jugglux-Kunde.

Weitere Informationen: www.feuershow.ch

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